Trinidad
Großstadtflair und Naturparadies

Die beiden Inseln Trinidad & Tobago, die den südlichsten Staat der Karibik bilden, liegen nur knapp 13 Kilometer vor der venezolanischen Küste. Sie waren als einzige karibische Gebiete in grauer Vorzeit mit dem südamerikanischen Kontinent verbunden; daher verfügen beide Inseln über Regenwaldgebiete und eine ungewöhnlich reiche Tier- und Pflanzenwelt. Die beiden Inseln sind 33 Kilometer voneinander entfernt, die Verbindung ist mehrmals täglich per Flugzeug und einmal täglich per Fähre möglich.

TrinidadEinerseits hat sich Trinidad zu einer urbanen Industriegesellschaft mit Großstadtflair und pulsierendem Leben entwickelt, andererseits bietet die Insel üppig bewachsene grüne Berge, Regenwald, Sumpfgebiete, Wasserfälle, Naturschutzgebiete und Vogelreservate, Asphaltsee und palmengesäumte Strände an der Nord- und Ostküste – ein Paradies für den Ökotourismus.

Die Gesellschaft von Trinidad stammt aus über vierzig Nationen; seit über 500 Jahren haben Einwanderer ihre unterschiedlichen Kulturen, Religionen und unbändige Lebensfreude mitgebracht. Der Höhepunkt ihres Zusammenlebens ist der größte Carnival der Karibik, üppiger und ausgelassener als irgendwo auf der Welt. "Trinis" und Touristen feiern mit Calypso, Soca und Steelband-Musik – die Steelpan ist das einzige Musikinstrument das im 20. Jahrhundert erfunden wurde – ein einzigartiges Fest.

Die Hauptstadt Port of Spain, am Golf von Paria im Nordwesten von Trinidad gelegen, ist mit 350.000 Einwohnern die größte Stadt der Inselrepublik. Im Stadtzentrum mit seinem rechtwinkligen Straßennetz und teilweise noch erhaltenen Gebäuden aus der Kolonialzeit spürt man das pulsierende Geschäftsleben. Im Norden von Port of Spain liegt die grüne Lunge Queen's Park Savannah, im Westen umsäumt von prächtigen Gebäuden von der Jahrhundertwende, im Norden grenzt die Savannah an den 1820 angelegten Botanischen Garten an.

Die Mitte und der südliche Teil von Trinidad sind noch landwirtschaftlich geprägt; es werden hier hauptsächlich Zuckerrohr und Reis angebaut. Aufgrund der Ölvorkommen hat sich im Süden ebenfalls die ölverarbeitende Industrie mit ihren Raffinerien angesiedelt. In La Brea südlich von San Fernando liegt der größte Teersee (Pitch Lake) der Welt; etwa 300 Tonnen Asphalt werden täglich in alle Welt exportiert, ein Großteil davon nach Deutschland. Es wird empfohlen, den Pitch Lake nur mit einem kundigen Führer zu begehen.

An der Südküste von Trinidad liegt das Fischerdorf Moruga, hier soll Christopher Columbus bei der Entdeckung Trinidads im Jahre 1498 gelandet sein.

Trinidad bietet mit über 400 verschiedenen Vogelarten, 600 verschiedenen Schmetterlingen und über 6.000 Pflanzenarten dem Naturfreund interessante Touren und Ausflüge. Ein besonderes Erlebnis ist eine Bootsfahrt in den Caroni- und Nariva-Sümpfen, ein Besuch der Aripo-Tropfsteinhöhlen und ein Rundgang durch das Asa-Wright-Naturschutzgebiet. Zwischen März und Juli kann man an der Nord- und Ostküste Schildkröten (Leatherback Turtles) beobachten, die zum Eierlegen auf den Strand kommen.

Zur Geschichte Trinidads:

1498 entdeckte Columbus die Inseln; damals lebten auf Trinidad die aus Südamerika eingewanderten friedlichen Arawak-Indianer. Die erste spanische Siedlung wurde 1532 in Trinidad angelegt. Die Spanier holten – als es auch Landzuteilungen für nicht-spanische Katholiken gab – zahlreiche französische Pflanzer, die wegen der französischen Revolution ihr Land verlassen wollten, nach Trinidad. Seit Beginn des 17. Jahrhunderts wurden afrikanische Sklaven für die Plantagen ins Land gebracht, doch erst im 18. Jahrhundert erreichte der Sklavenhandel seinen Höhepunkt.

1797 eroberte Sir Ralf Abercromby Trinidad für England, damit besaßen die Engländer eine vormals spanische Kolonie mit hauptsächlich französisch sprechender Bevölkerung. Anfang des 19. Jahrhunderts erwarben die Briten Tobago, das sie jedoch erst 1889 mit Trinidad zu einer Kolonie zusammenschlossen.

Nachdem 1834 die Sklaverei abgeschafft worden war, warb man Einwanderer aus aller Welt an, um gegen den Arbeitskräftemangel aufzukommen. Vor allem aus Indien kamen zahlreiche Kontraktarbeiter, die sich später fest auf der Insel ansiedelten.

Im Jahre 1962 wurden Trinidad & Tobago ein unabhängiger Staat im Commonwealth und bilden seit 1976 eine präsidiale Republik.

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